Restaurierung ist einfach …

… es sei denn, man ist an einem Maximum an Qualität interessiert ...

Text: Othmar Eichinger Bilder: Othmar Eichinger

Block 1

Probleme offenbaren sich meist im Detail, und noch dazu häufiger als einem lieb ist. Was ist eine ideale Restaurierung und welche Stolpersteine auf dem Weg muss man überwinden, um alten oder defekten Aufnahmen auf unterschiedlichsten Medien zu neuer Qualität zu verhelfen? In diesem Artikel soll es nicht um die technischen Grundlagen wie der geeignetsten Abtastnadel, Spurlage oder Entzerrung gehen; auch das Auslesen der digitalen Fehlerrate soll hierbei als bekannt vorausgesetzt werden. Doch selbst, wenn man diese Parameter kennt und ihre Anwendung beherrscht, können sich trotzdem noch viele unerwartete Herausforderungen auftun!

In meiner langjährigen Praxis habe ich sehr viele Restaurierungen vorgenommen. Hier erzähle ich anhand einiger Beispiele von den forderndsten, komplexesten und un-möglichen Restaurierungs-Jobs …

Restaurierung von Tonaufnahmen: Nur bei historischen Aufzeichnungen?

Eines Tages kontaktierte mich der Chef eines Orchesters wegen der Aufnahme eines monumentalen Werkes von Richard Strauss, welche ich vor einiger Zeit zusammen mit einem berühmten Solisten und einem noch berühmteren Dirigenten gemacht hätte. Er fragte mich, ob ich diese archiviert hätte, da sie nun bei einem renommierten Klassik-Label veröffentlicht werden sollte.

Natürlich konnte ich mich nach mehr als 20 Jahren nicht mehr genau daran erinnern. Kein Wunder, schließlich erreichten mich seither pro Woche mehrere Un-Aufgaben – also un-glaubliche, un-geheure und üblicherweise auch un-lösbare Anforderungen. Wie sollte ich mich, nach so vielen gelösten Katastrophen, an diese eine unauffällige Aufnahme erinnern?

Nach längerer Recherche fand ich tatsächlich das gewünschte Material. Ich hörte kurz hinein … Das sollte ich aufgenommen haben? Eher nicht! Nach einem intensiven Gespräch konnte ich den Orchesterchef überzeugen, dass ich diese Produktion aus Konzertmitschnitten zwar zusammengeschnitten, aber nicht selbst aufgenommen hatte.

Aber, wie so oft, war es auch dieses Mal leider doch keine gewöhnliche Aufnahme. Obwohl auf einem digitalen Medium aufgenommen, hörte ich an lauteren Stellen subtile, unnatürlich klingende Verzerrungen. Und am Kulminationspunkt dieses monumentalen Werkes – mit den sprichwörtlichen Pauken und Trompeten im Fortissimo – war massives Clipping der Wellenform zu sehen … und zu hören.

Wie konnte das sein?

Eine digitale Aufnahme mit nur 24 Bit Fixkomma bietet theoretisch mehr als 140 dB Dynamik, mit 32 Bit Fließkomma sogar über 1500 dB, mehr als jemals nötig. Dabei ist die in der Praxis tatsächlich erzielbare Dynamik eines akustischen Ensembles – zum Beispiel vom Grundgeräusch bis zum Fortefortissimo eines Orchesters – maximal 80, 90, vielleicht 100 dB. Da bliebe doch selbst bei 'nur' 24 Bit Fixkomma ausreichend Headroom um Clipping zu vermeiden, oder? Ich fühlte mich an die analogen Zeiten erinnert: Ich hatte unzählige Aufnahmen in den Händen, die aufgrund von zu geringem Dynamikumfang des analogen Tonträgers nicht nur rauschten, sondern auch übersteuert waren.

Also Pegel um 6 dB abgesenkt, Trickkiste geöffnet, nach allen Regeln der Kunst restauriert und eine Abhörkopie erstellt. Natürlich mit Originaldynamik, ganz ohne Kompressor, ohne Limiter. So verfahre ich seit Jahrzehnten erfolgreich; für diese Praxis gab es bereits zahlreiche internationale Preise und Auszeichnungen.

Zunächst hörte ich mehr als ein halbes Jahr nichts mehr, aber dann gings los: Die Fertigung einer Multi-CD-Box zu Ehren des Solisten, inklusive einer CD mit der von mir restaurierten Aufnahme, sei schon im Gange. Wie war das möglich, ich hatte doch nur eine unfertige Abhörkopie geschickt? Die Antwort des Labels lautete: „Wir haben von unserem Top-Studio die Master machen lassen, wir brauchen niemanden dazu, wir machen das selbst!“

Der gewiefte Orchesterchef reklamierte sofort, dass er das nicht abgenommen hätte, und verlangte Abhörkopien. Beim Überprüfen bemerkte er sofort eine flachere Dynamik und die fehlende Wucht beim musikalischen Höhepunkt; er konnte dies sogar beim Hören im Auto feststellen. Daraufhin ließ er das renommierte Label wissen, dass es sich für ihn eher wie die schwache Interpretation eines Schülerorchesters anhöre.

Meine Expertise ergab, dass die fertigen Master klanglich verändert, um etwa 8,5 dB angehoben sowie mit Kompressor und Limiter bearbeitet worden waren. Als Überraschung fand ich noch Stellen mit Clipping der Wellenform – jedoch um 1 dB abgesenkt, weil Apple Music das empfehle, um Clipping bei der AAC- oder MP3-Kodierung zu vermeiden (hehe).

Nach intensiven Diskussionen einigte man sich darauf, die Master doch von mir anfertigen zu lassen – mit Originaldynamik, ohne Limiter und auch ohne neu hinzugekommenes Clipping, mit True Peak -0,7 dB. Ja, oft werden die Fortschritte der Aufnahmetechnik nicht richtig genutzt.

Schimmel ist ein weißes Pferd …

Diesmal fing es mit einer harmlosen E-Mail an: „Wir haben wieder eine Anfrage. Was kostet die Überspielung eines Original-Analogbandes (Viertelzoll) auf digital?“ In weiser Voraussicht war meine Antwort: „Das hängt unter anderem von der Spieldauer und – vor allem – vom Zustand ab.“ Wieso ich Probleme ahnte? Erfahrung!

Dann jedoch folgte eine weitere E-Mail: „Noch eine Info dazu: Die Original-Bänder wurden noch nie gewendet/abgespielt und sind daher bitte mit äußerster Vorsicht zu behandeln. Wenn man sie einmal abspielt, kann es sein, dass sie anschließend defekt sind. Bei etwaigen Fragen und Unsicherheiten bitte unbedingt bei uns melden, danke schön!“

Natürlich behandeln wir alle Tonträger mit größter Vorsicht, so auch diese – wir haben schon tausende derart bearbeitet. In diesem Fall aber waren die Bänder bereits defekt, als wir sie erhielten – sie waren mit Schimmel befallen und konnten so nicht abgespielt werden. Wahrscheinlich wurden sie nass oder lange Zeit in ungeeignetem Klima gelagert – gut, dass wir diese Bänder zur Bearbeitung bekommen haben, und nicht jemand mit weniger Erfahrung.

Da Schimmel gesundheitsschädlich ist, mussten diese Bänder unter Vorkehrungen fachgerecht dekontaminiert und anschließend gereinigt werden, bevor an eine Abspielung gedacht werden konnte – ein mehrstufiger Prozess; jeder Schritt hängt vom Erfolg des vorherigen ab, der Arbeitsaufwand ist im Voraus nicht genau kalkulierbar. Ich empfahl sofort, falls es noch mehr Bänder gibt, die unter ähnlichen Bedingungen gelagert wurden, sollten sie dringend begutachtet werden, um den Zustand festzustellen und eventuell fortschreitende Schäden zu stoppen.

Aber zurück zum konkreten Fall:

Leider waren die Bänder, Offenwickel auf AEG-Kern, schlecht und zu locker gewickelt. Einer der Wickel rutschte ab und musste teilweise händisch wieder aufgewickelt werden. Die Bänder waren keine Master, sondern noch nicht gemasterte Mischbänder, von denen im Jahr 1974 die Masterbänder für LP erstellt worden waren. Weil zu dieser Zeit die Automatisierung von Mischungen noch nicht weit verbreitet war, gab es Band-Schnitte zur Kombination von unterschiedlich gemischten Teilen. Sie wurden teilweise schlecht ausgeführt, mit Überlappungen oder Lücken. Die betroffenen Analogband-Schnitte mussten erneuert und ausgetretener Kleber entfernt werden.

Auf der Bandschachtel war lapidar „Dolby“ notiert, ohne weitere Dokumentation. Das einzige damals verfügbare professionelle Dolby-System war Dolby A. Am Beginn eines jeden Bandes war zwar ein allgemeiner Messton zu finden, nicht jedoch ein verpflichtend vorgeschriebener Dolby-Ton. Somit musste der korrekte Dolby-Pegel nach Gehör ermittelt werden, was am besten mit viel Erfahrung funktioniert. Der so bestimmte Wert wurde mit den damals üblichen Dolby-Pegeln verglichen und verifiziert.

Es gab also einen allgemeinen Messton mit ca. 1 kHz, jedoch ohne Dokumentation, mit welchem Pegel – 0 dB, -6 dB, -10 dB? Was auf den Bändern ebenso fehlte, war ein Messton zur Justierung des Azimuts des Wiedergabekopfes, z. B. 10 kHz. Manche Tonmeister würden in so einem Fall nach Bezugsband einstellen. Ich wählte den aufwendigeren Weg, nämlich den Azimut nach dem Audioinhalt einzustellen, mithilfe des Stereosichtgerätes und nach Gehör. Es stellte sich außerdem heraus, dass das zweite Stück einen anderen Azimut besaß; dieses musste dann nach Neujustierung noch einmal transferiert und eingesetzt werden. Dieser Aufwand hat sich ausgezahlt.

Voll gesättigt

Bei der Kalibrierung der A/D-Wandler mit Bezugsband hätte der von der EBU festgelegte Headroom von 9 dB über dem analogen 0 dB-Bezugspegel nicht ausgereicht, um digitales Clipping zu vermeiden. Wegen dieser mitunter sehr hohen Aussteuerung und dank Dolby A war Rauschen kein Problem, wohl aber gab es Verzerrungen durch Sättigungserscheinungen des damals führenden Analog­bandes Agfa PER 525.

Dann gings ans Restaurieren, in diesem Fall hauptsächlich individuelle händische Arbeit. So wurden etwa an unzähligen Stellen die durch den Kopiereffekt verursachten Echos mittels spektraler Interpolation entfernt, ohne das Nutzsignal zu beeinträchtigen. Eine große Hilfe dabei war die Revert-Funktion des Plug-ins.

Viele der durch Analogband-Schnitt eingefügten Elemente hatten abweichende Pegel, was damals offensichtlich so akzeptiert worden war. Ich bestimmte die Segmentgrenzen und passte deren Pegel nach Gehör an. Anschließend war es an der Zeit, die subjektive Lautheit der Stücke aneinander anzupassen und mit viel Gefühl für den damaligen Sound den Klang der Stücke untereinander zu justieren, Anfänge der Stücke sauber einzublenden, Fade-Outs zu säubern, Stück-Pausen mit Rücksicht auf das Medium LP zu bestimmen und Kennrillen festzulegen.

Sonderfall: Vinyl-Master only!

Schließlich ging es ans Mastering für analoge Vinyls. Das ist nicht so einfach wie bei digitalen Medien, die über einen Dynamikbereich vom (theoretisch) unhörbaren Rauschen bis zur harten Aussteuerungsgrenze von 0 dBFS verfügen – über alle Frequenzen gleichermaßen. Daran haben wir uns bereits gewöhnt. Bei analogen Bändern oder Platten ist das grundsätzlich anders.

Abgesehen vom erhöhten Rauschen analoger Schallplatten ist die Aussteuerungsgrenze fließend und zusätzlich noch abhängig von der Frequenz, Plattendrehzahl und davon, ob die Abtastung am Rand, nahe dem Zentrum oder dazwischen stattfindet. Ferner ist es wichtig, nicht so laut umzuschneiden, wie der Schneidkopf es erlaubt – sonst springt die Abtastnadel beim Konsumenten aus der Rille.

Als ich nach einigen Wochen die Probepressung erhielt, spielte ich sie auf einem mithilfe einer Mess-Schallplatte kalibrierten Studio-Plattenspieler mit Moving-Coil-Tonabnehmer ab. Ich nahm den Vinyl-Ton auf der Audio-Workstation auf. Nach der Synchronisierung und dem Pegel-Abgleich konnte ich das Ergebnis des Vinyl-Umschnitts detailliert kontrollieren und schließlich die Freigabe zur Pressung erteilen.

Dieses Album ist nicht nur künstlerisch interessant, sondern auch, da es kein Streaming, keinen Download und auch keine CD davon geben wird. So wird dieser Master nur zur Herstellung von Vinyl-LPs verwendet. Ich hatte vor langer Zeit viele Master für Vinyl erstellt und kenne daher die Stärken und Schwächen dieses Mediums. Heute kann ich wieder von diesen Erfahrungen profitieren, jedoch zusätzlich auf neue Werkzeuge zur Optimierung zugreifen, die es früher nicht gab.

Schellack-Restaurierung – bitte ganz ohne Knackser!

Eines Tages besuchten mich der Regisseur Joseph Vilsmaier und Michael Kranz, Cheftonmeister der Bavaria Film, in Wien. Sie waren gerade in den Vorbereitungen für einen Kinofilm über die bekannte Vokalgruppe Comedian Harmonists aus der Zwischenkriegszeit. Sie wollten im Film die Aufnahmen der Gruppe aus den 1930er Jahren so verwenden, als seien sie Originalfilmton; manche Musikstücke sollten sogar direkt in Dialogszenen übergehen. Verschärfte Vorgabe – die Kinobesucher sollten nicht bemerken, dass es sich um Ton von Schellackplatten handelt.

Sie brachten eine kommerzielle CD mit und fragten, ob ich sie verbessern könne. Ich nahm sie in die Hand, drehte sie um, ich las die Credits – restauriert von einem der bekanntesten Tonstudios, in London. Beim Anhören stellte ich fest, dass der Ton zwar restauriert worden war, aber noch Knistern sowie einige Knackser übriggeblieben waren. Ohne lange nachzudenken, sagte ich, das könne ich besser machen, aber nicht mit dem vorliegenden halb-restaurierten Material, sondern nur basierend auf den Originalen.

Ein Sammler hatte alle nötigen Schellackplatten, wollte sie jedoch nicht aus der Hand geben sondern selbst digitalisieren. Die erste Version der Files, die ich bekam, war nicht geeignet, da ein Tiefpass-Filter verwendet worden war. Gut gemeint, aber es bewirkte genau das Gegenteil: Die Denoising-Software konnte so nur sehr wenige Knackser finden, da die fehlenden hochfrequenten Anteile den Unterschied zwischen Störsignal und Nutzsignal stark verringerten.

Noch ein Digitalisierungs-Versuch

Die neuerliche Digitalisierung ohne Tiefpass-Filter war dann in Ordnung. Leider waren aber die Schellack-Platten sehr, sehr abgespielt, mit starken Hackern, Knacksern und permanentem Knistern (schätzungsweise 10.000 Knackser pro Sekunde). An manchen Stellen waren die Geräusche so stark, dass ich nicht hören konnte, ob jemand sang oder sprach. Insgesamt also harte Bandagen.

Block 10

Damals, im Jahr 1997, vor beinahe 30 Jahren, verfügten Computer lediglich über einen Bruchteil der aktuell verfügbaren Rechenleistung. Um diese zu erhöhen, verwendete ich damals ein spezielles, für Audio-Restaurierungen optimiertes DSP-Board. Trotzdem dauerte die Entknacksung von einem kurzen Musikstück etliche Stunden. Ich machte mehrere kurze Probe-Berechnungen um die Entknacksungs-Parameter für das vorliegende Material zu optimieren, und nach etwa einer halben Stunde konnte ich die Hintergrund-Berechnung eines Stückes eingeben.

Am nächsten Morgen hörte ich mir erwartungsvoll das Ergebnis an – und war geschockt: voller Knackser, als wäre nichts geschehen! Nach dem ersten Schrecken hörte ich dann doch noch das Original an: Siehe da, die Bearbeitung hatte tatsächlich etwa 80 % der Knackser entfernt, was ohne direkten Vergleich nicht erkennbar war, so viele Knackser waren dennoch übriggeblieben.

Block 11

Die nächsten 10 % waren schon viel schwieriger zu entfernen; nach einigen weiteren automatisierten Durchgängen blieben dennoch viele Knackser, Blubberer, Plops usw. übrig, die nicht erkannt wurden. Diese mussten dann einzeln bearbeitet werden – händisch eingegrenzt und dann interpoliert.

Besonders schwierig waren die letzten etwa 50 Störungen (ich sage absichtlich nicht Knackser). Ein Problem war die genaue Lokalisierung, ein anderes das Finden des am besten geeigneten Interpolations-Algorithmus. Oft konnte die Störung zwar entfernt werden, aber das Ergebnis der Interpolation war unnatürlich und als andere Störung hörbar – statt „Plop“ ein „Blub“, also nicht zielführend. Aber irgendwann, mit viel Geduld, war es dann soweit: alles knacksfrei!

Das Endergebnis wurde ausgezeichnet

Darauf folgte eine vorsichtige Entrauschung, immer beachtend das Nutzsignal (die Musik) nicht zu verschlechtern oder zu beschädigen. Natürlich erfolgte der Denoising-Prozess unter der Maßgabe, das Nutzsignal (die Musik) nicht zu verschlechtern oder zu beschädigen. Verfälschungen des Klanges wirken viel störender als ein bisschen Rauschen. Das gilt auch heutzutage – leider höre ich bei vielen aktuellen Audio- und, vor allem, TV-Programmen immer wieder deutlich Artefakte von schlechter oder zu starker Entrauschung.

Im Gegensatz dazu war die klangliche Bearbeitung die reinste Erholung. Alle Musikstücke hatten unterschiedlichen Klangcharakter und mussten aneinander angepasst werden. Es gab große Unterschiede im Tiefton-Bereich, aber auch – etwas weniger – bei den höheren Frequenzen. Erstaunlicherweise konnte ich mehr aus dem Hochton-Bereich herausholen als ich erwartet hatte, obwohl die Aufnahmen ungefähr aus dem Jahr 1930 stammten, also erst wenige Jahre, nachdem die elektrische Aufnahme etabliert worden war. Davor waren bei Schellack-Aufnahmen die Schallschwingungen über einen Trichter an eine Membran und von dieser direkt, mechanisch, auf den Schneidestichel übertragen worden, was ein sehr schwaches Signal auf der Platte ergab.

Block 13

Letztlich handelt es sich bei fast allen im Film verwendeten Musikstücken um von mir restaurierte Originalaufnahmen der Comedian Harmonists. Dem Regisseur Joseph Vilsmaier gelang mit dem Kinofilm ­Comedian Harmonists der internationale Durchbruch. Er wurde vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem Bayerischen Filmpreis, dem Gilde-Filmpreis in Gold und dem Deutschen Filmpreis in Gold.

Natürlich gäbe es noch zahlreiche weitere Beispiele für un-mögliche Restaurierungsaufträge, die an dieser Stelle allerdings den Rahmen dieses Artikels sprengen würden. Was braucht es nun, für eine sehr gute Restaurierung? Technische Expertise, historisches Detailwissen, Erfahrung – und eine überdimensional große Portion an Engagement. Das Ergebnis rechtfertigt den Einsatz!

Block 15

Othmar Eichinger ist seit 1976 als Tongestalter, Akustikgestalter, Tonmeister, Klangregisseur, Musikproduzent, Musik-Aufnahmeleiter, Musical-Sounddesigner, Ton-Restaurator, Systemplaner, technischer Direktor, Gutachter, FH- und Universitäts-Lektor tätig. Eines seiner Spezialgebiete ist die Restaurierung von Audiosignalen, aber auch Rettung und Transfer von beschädigten, chemisch oder physikalisch veränderten Tonträgern.