O-Ton der Nordwestpassage
Von Grönland über Kanada bis nach Alaska auf dem Segelboot
Text: Sebastian Alejandro Sánchez Jordan Bilder: MEDIAetc, Sylvestre Campe, Ramon Gonçalves, Cléo Campe, Alex Rockström, Sebastian Sánchez
Text: Sebastian Alejandro Sánchez Jordan Bilder: MEDIAetc, Sylvestre Campe, Ramon Gonçalves, Cléo Campe, Alex Rockström, Sebastian Sánchez
Im Sommer 2024 brach ich zusammen mit acht weiteren Menschen auf eine einzigartige Segelexpedition auf: Unser Plan war, die Nordwestpassage auf einem Segelboot zu durchqueren. Sollte uns dies gelingen, wären wir das erste Team unter brasilianischer Führung, welches die Reise vom Atlantik zum Pazifik über die Arktis geschafft hätte. Dieses schwierige Unterfangen wurde für das brasilianische Fernsehen in Bild und Ton aufgezeichnet und im Herbst 2025 als sechsteilige Serie veröffentlicht.
Die Nordwestpassage ist ein Seeweg, der einst als unpassierbar galt. Seit Hunderten von Jahren versuchten Entdecker, eine Passage zu finden, die den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean verbindet. Die Suche hatte erst 1905 ein Ende, als Roald Amundsen mit sechs Männern in einem 21 Meter langen Segel-Fischerboot Erfolg hatte. Die Fahrt dauerte drei Jahre. Die Passage wird nun zunehmend befahrbar, da das arktische Meereis im Sommer durch den Klimawandel rapide zurückgeht. Unsere Expedition auf dem Segelboot Abel Tasman bezeugt die extremen und katastrophalen Veränderungen in dieser wichtigen Region.
Die Arktis ist Heimat für 4 Millionen Menschen, darunter 40 verschiedene indigene Völker. Einzigartige Tierarten haben sich an die extremen Bedingungen angepasst, darunter Eisbären, Narwale und Weißwale. Der Rückgang des arktischen Meereises hat – neben anderen Auswirkungen des Klimawandels – tiefgreifende Folgen für die Menschen und Tiere, die auf das Eis angewiesen sind. Wissenschaftler prognostizieren, dass uns nur noch weniger als sechs Jahre bleiben, um die globale Erwärmung auf unter 1,5° C zu begrenzen. Es ist entscheidend, jetzt zu handeln.
Der Regisseur Sylvestre Campe suchte ein Team für die Nordwestpassage-Filmdokumentation Into The Artic Maze (AT). Produziert wird diese Serie von seiner Tochter, Cléo Campe, zusammen mit Gustavo Gama Rodrigues. Da Cléo mit mir verheiratet ist, erschien es naheliegend, mich als Tonmeister auf diese Reise mitzunehmen – um den Ton aufzuzeichnen und somit Teil der Crew zu werden. Es sollte also auch ein Familienprojekt werden.
Während der Expedition konnte ich umwerfende Töne aufzeichnen. Durch die menschliche Zivilisation ist es schwierig, an Orte zu gelangen, die nicht unter Tonverschmutzung leiden: Egal wie weit man z. B. in Europa auf die Felder geht – immer ist ein Flugzeug oder ein Auto im Hintergrund zu hören. Mithilfe eines Polar-Expeditionssegelboots ist es möglich, Orte fernab von jeglicher Zivilisation zu erreichen: Dies ermöglichte eine naturgetreu ungestörte Aufnahme der Umgebungsgeräusche. Durch die klimawandelbedingt voranschreitende Veränderung der Arktis ist es denkbar, dass viele dieser Töne in nicht allzu ferner Zukunft für immer verstummen werden.
Unterwegs konnte ich Geräusche des Eisschmelzens über und vor allem unter Wasser aufzeichnen, dazu Winde in allen erdenklichen Stärken, Stürme, Tiere, Strände, Segelklappern und verschiedene Ankerplätze.
In der Regel bin ich als Mischtonmeister für Film und Musik tätig: Bereiche, bei denen ich gemütlich im Studio sitze und nicht viel von der Außenwelt mitbekomme. Trotzdem begrüße ich es sehr, wenn sich ein Projekt ergibt, welches mich aus meiner Höhle lockt. Als meine Frau mich also fragte, ob ich nicht mit ihr und meinem Schwiegervater als dokumentierender O-Tonmeister auf einem Segelboot von Grönland nach Alaska segeln möchte, konnte ich nicht ‚nein‘ sagen. Das einzige Problem: Die längste Zeit, die ich am Stück auf einem Boot verbringen durfte, überstieg bis dato keine 6 Stunden. Trotzdem war ich zuversichtlich, dass ich die drei Monate gut überstehen würde, auch wenn mir Vieles unbekannt war.
Da wir uns an die einsamsten Orte der Welt begaben, sorgten wir im Vorfeld dafür, jegliches Equipment doppelt oder dreifach als Sicherheit dabei zu haben. Außerdem nahmen wir Reparaturwerkzeug mit, um kleine Pannen vor Ort beheben zu können.
Glücklicherweise haben uns Kortwich und Ambient sehr unterstützt, was das Tonequipment angeht. Karl Sigle von Kortwich (Reparatur und Wartung) gab mir vorhab einen Löt-Workshop, um meine Technik zu verbessern. Da die Mittel bei brasilianischen Produktionen begrenzt sind, sponsorte uns das Unternehmen außerdem einiges an Equipment, wodurch es uns möglich war, im Ergebnis eine bestmögliche Qualität zu erzielen. Ambient lieh uns eine Quickpole-Angel sowie Lockits für die Ton-Bild-Synchronisation – bei einem solch langen Dreh ist letztere essenziell.
Unser Hauptaufnahmegerät war ein Sound Devices 833, ergänzt durch ein Sound Devices 633 als Backup und für Atmosphären. Als zusätzliche Backup-Lösung begleiteten uns ein Zoom H6 und ein handlicher Olympus Ls5 Handheldrecorder.
Alle Crewmitglieder sind Teil der Geschichte und deshalb auch vor der Kamera zu sehen. Darum versuchte ich, so viele Funkmikrofone wie möglich dabei zu haben. Die Kortwich KoDi-HT waren aufgrund ihrer geringen Größe und einer robusten Bauweise ideal geeignet – bei Aufnahmen an Deck müssen entsprechende Mikrofone unter anderem auch Salzwasserspritzern standhalten.
Da ich als Tonmeister ebenfalls von Zeit zu Zeit im Bild zu sehen bin, haben wir mit dem Kopfhörer Kortwich HN-25 + Bügelmikrofon das Rückspechmikrofon direkt als Mikrofoneingang in das Sound Devices 833 gesteckt. So konnte ich meine eigene Stimme ebenfalls ideal einfangen.
Als Angelmikrofon habe ich mich für ein MKH 8060 (plus Backup) entschieden, da ich dieses Mikrofon ausgesprochen gut kenne. Außerdem nahm ich mein KM 184-Stereopärchen mit, welches ich zusammen mit dem Sound Devices 633 an den verschiedenen Orten im Hintergrund laufen lassen wollte, um damit die Atmos aufzunehmen.
Meine Frau und ich sind Apnoetaucher, und mit einem dicken Neoprenanzug sind wir auch in der Lage, unter die Eisberge zu tauchen. Daher nahm ich drei Unterwassermikrofone mit: Zwei davon bekam ich von Ambient: ein ASF-2 MKII mit einem 20-Meter-Kabel und ein ASF-G als Gehäusemikrofon für die Unterwasserkamera. Zudem nahm ich ein Aquarian Audio Hydrophone mit.
Für mich beginnt die Reise in Nuuk, Grönland. Das Team ist schon einen Monat unterwegs und wegen der vielen Stürme um Kap Farvel zehn Tage verspätet. Ich weiß, dass meine Ankunft ebenfalls von Sylvestre aufgenommen wird, daher verkabele ich mich bereits im Flugzeug nach Nuuk und lasse das Sound Devices 833 laufen. Es kommt so wie gedacht: Nach der Ankunft hole ich mein Gepäck im halbfertigen Flugterminal vom Band und gehe hinaus. Ich sehe, wie Cléo von meinem Schwiegervater bereits gefilmt wird. Beide kommen mir entgegen, und ich kann meine Frau nach einem Monat endlich wieder in die Arme nehmen.
Wir fahren mit dem Taxi zum Hafen und steigen in ein Schlauchboot (ein sogenanntes Dingi) um — genauer gesagt: wir springen. Vor meinem Sprung ist mir ein bisschen mulmig: Was, wenn ich ausrutsche und mit der ganzen Technik ins eiskalte Wasser falle? Mit dem Gedanken im Kopf strenge ich meine Bauchmuskulatur an und springe ins Dingi: Alles gut gegangen – wir drehen weiter.
Die Abel Tasman liegt neben einem Eisberg im Hafen von Nuuk. Zunächst fahren wir zum Eisberg, um ihn näher zu untersuchen. Cléo fährt um ihn herum, während ihr Vater im Bug (dem vorderen Teil des Boots) steht und filmt. Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen Eisberg aus der Nähe betrachten kann. Er strahlt Kälte aus, die aber nicht unangenehm ist.
Zunächst muss ich mich an die Arbeitsweise von Sylvestre gewöhnen. In seiner Rolle als Kameramann und Regisseur hat er eine sehr unübliche Einstellung: Er bezeichnet sein Gehör als sein Hauptwerkzeug, um Geschichten einzufangen. Sein Motto: „Die Geschichte geschieht im Ton“. Er hört ununterbrochen zu und kann dadurch vorhersehen, was gleich passieren wird. Er positioniert sich direkt an der richtigen Stelle, um das Geschehen einzufangen, und vermeidet so, Szenen nachdrehen zu müssen. Er spricht nicht viel, er beobachtet und fängt die Geschichte ein.
Weil Sylvestre ununterbrochen hören möchte, was gesprochen wird, sende ich ihm über ein Funkmikrofon den rechten Kanal aus der 833 auf seine Kamera FS7: Rechts liegen nur die Funkmikrofone der Protagonisten auf, links gepannt meine Angel. Wenn ich Angel und Funken zusammen als Stereo hören würde, wären Phasenauslöschungen zu hören: Die Phasenangleichung kann in der Postproduktion mit Auto-Align-Post ausgebessert werden. Außerdem kann Sylvestre so mit seinen Kopfhörern die Protagonisten und sein eigenes Kameramikrofon hören. Zusätzlich zu den Funken der Protagonisten schicke ich an Sylvestre mein eigenes Kopfhörermikrofon sowie seine eigene Funke. Dieses Setup hat mehrere Vorteile: Selbst bei räumlicher Trennung sind Sylvestre und ich zu jeder Zeit in Kontakt – auch in Drehpausen. Darüber hinaus kann er bei gewissen Einstellungen selbst während der Aufzeichnung kommentieren: Dabei entsteht eine Art Regie-Kommentar, welcher noch sehr hilfreich für den Schnitt-Prozess sein wird.
Von anderen Teams bin ich gewohnt, viel darüber zu sprechen, was als nächstes gedreht wird: Es gibt immer Zeit, in der ich mich mental und technisch vorbereiten kann. Dies erwartend, bin ich bei Sylvestre am Anfang einige Male zu spät. So sitze ich beispielsweise im Bootswohnzimmer und bereitete die Technik vor. Sylvestre kommt aus seiner Kabine, schnappt sich seine Kamera und ist unmittelbar an Deck – er spürt, dass der Wind stärker geworden war und weiß daher, dass gleich das Großsegel gerefft werden muss – so nennt man es, wenn man ein Segel verkleinert und mit einem Haken befestigt. Bis ich an Deck bin, sind die Segel bereits gerefft und die Szene beendet. Glücklicherweise hat der Kapitän seine Funke bei sich und Sylvestre ebenfalls ein Mikrofon auf seiner Kamera, womit der Ton für die Szene dennoch gerettet werden kann. Meine Angel ist aber leider — zusammen mit mir — nicht beim Geschehen dabei. So lerne ich, ständig wachsam zu sein und mehr mit Sylvestre zu sprechen, um die Abläufe im Boot zu verstehen und dann im besten Fall ebenfalls zu erahnen, was kommen kann.
In der Nähe von Ilulissat stoßen wir auf ein Meer von Eisbergen, die aus dem berühmten Ilulissat-Eisfjord stammen. Sie sind so dicht beieinander, dass Cléo auf den Mast steigen muss, um Ausschau nach dem Weg durch das Eis zu halten: Sie gibt diese Informationen an unseren Kapitän, Isak, über Funk weiter, und er manövriert das Boot.
Wir kommen zu einem Punkt auf dem Wasser, an dem die Eisberge so weit auseinander sind, dass wir unseren Motor — den wir zum Manövrieren nutzen — für eine gewisse Zeit ausschalten können, ohne in einen Eisberg zu fahren. Wir nutzen die Gelegenheit, um die Unterwassermikrofone ins Meer zu lassen. Ich nutze die 633 als Aufnahmegerät, das Ambient ASF-2 MNll mit dem 20-Meter-Kabel, das Aquarian Audio mit einem 15 Meter langen Kabel und zwei Schwinghalterungen, die ich an der Seite des Bootes befestige. Ich bringe die zwei Schwinghalterungen etwa 5 Meter entfernt voneinander an und führe die Kabel durch besagte Halterungen ins Wasser. Diese dienen dazu, den Bootskörperschall nicht durch die Kabel zu den Kapseln gelangen zu lassen.
Was ich dort unten höre, ist einfach umwerfend: Es erklingt eine Art weißes Rauschen, welches meiner Vermutung nach vom Platzen der auftauenden Luftbläschen im Eisberg herrührt. Währenddessen höre ich ungefähr alle vier Sekunden ein Knacken, welches wie ein durch den Ozean hallender Donner klingt. Auch wenn die Eisberge über Wasser komplett friedlich aussehen, kann ich so hören, wie sie alle um uns herum stetig arbeiten. Auch wenn es sich bei den Mikrofonen nicht um das gleiche Modell handelt, kann ich durch den Abstand zwischen den Kapseln — beide befinden sich ungefähr 10 Meter unter der Wasseroberfläche — eine Art AB-Stereomikrofonierung realisieren.
Wir bleiben etwa 30 Minuten vor Ort und fahren dann durch das Eis-Labyrinth Richtung Ilulissat, um dort unsere Wasser-, Proviant- und Diesel-Reserven aufzufüllen: Zeit, sich für die bevorstehende Überquerung nach Kanada zu wappnen.
Es dauert drei Tage, bis wir die kanadische Küste erreichen. Uns empfängt eine unendliche Natur: Nunavut ist eines der weltweit am dünnsten besiedelten Territorien: etwa sechsmal so groß wie Deutschland bei knapp 40.000 Einwohnern. Somit sind wir also annähernd allein.
Wir möchten uns einen Gletscher aus der Nähe anschauen und ihn vielleicht sogar betreten. Von weitem sieht es machbar aus. Je näher wir jedoch an den Gletscher kommen, desto deutlicher sehen wir, wie das Schmelzwasser aus dem Gletscher spritzt und einen Fluss um den riesigen Gletscher bildet. Durch diesen kommen wir nicht hindurch und dürfen somit den Gletscher nur aus der Ferne betrachten und die marmorartige Struktur aus Erde, Stein und Eis bestaunen.
Als wir an den Strand kommen, entdecken wir zum ersten Mal Eisbärfußspuren. Zur Sicherheit hat jeder von uns eine Handfackel dabei, die zur Ablenkung dienen soll: Eisbären mögen keine lauten Geräusche. Außerdem hat Alex, unser Navigator, immer ein Gewehr dabei, um im schlimmsten Fall eingreifen zu können. Es ist ein unheimliches Gefühl zu wissen, dass man selbst auch gejagt werden könnte.
Es ist also so weit: Sylvestre lässt den Anker auf einem Stück Seeeis herabfallen, und Kester und ich springen zusammen mit Sylvestre auf die Seeeisscholle, um seinen Abflug aufzunehmen. Währenddessen nimmt Ramon, der Kamerassistent, alles mit der Drone auf, um eine weitere Perspektive hinzuzufügen. Eine spannende Situation: Kester wärmt seinen Motor auf dem Eis auf, und sobald der Schirm in der Luft steht, rennt er los. Nach drei Schritten ist er bereits in der Luft. Er fliegt, beobachtet uns von oben, während Cléo im Dingi rumfährt und bereitsteht, um ihn zu retten, falls er ins Wasser fallen sollte. Direkt nach der Landung nutzen Cléo und ich die Gelegenheit, um die Seeeisscholle vom Wasser aus zu betrachten. Wir nehmen natürlich sämtliche Hydrophone mit.
Schließlich müssen wir uns beeilen. Ab Ende August würde das Seeeis mehr werden und den Weg versperren. Wir tun also alles, um so schnell wie möglich aus dem kanadischen Archipel zu kommen und über die Beaufourtsee bis nach Alaska zu segeln, um schließlich in Nome zu ankern.
Während dieser letzten langen Strecke passiert einiges: Beide Toiletten gehen kaputt, ein Segel reißt und unser Motor läuft nur noch sehr langsam. All diese Probleme müssen wir selbst lösen, da wir uns fernab von jeglicher Zivilisation befinden.
Auch wenn wir an diesen Tagen einiges drehen müssen, ist das komplette Team auch in alle anderen Abläufe eingebunden, die schließlich dazu beitragen, das Boot bis nach Nome zu bringen. Da die Abel Tasmann keinerlei Autopilot besitzt, arbeiten wir in Schichten, um zu jeder Zeit die Steuerung zu gewährleisten. Ich teile mir meine Schicht mit dem Kapitän von 0 bis 4 Uhr morgens und von 12 bis 16 Uhr – die übrige Zeit wird entweder geschlafen oder gedreht.
Nach etwas mehr als drei Monaten haben wir die Nordwestpassage geschafft! Mit Ach und Krach kommen wir in Nome an und können uns nun zu den wenigen Teams zählen, die diesen unglaublich schwierigen Seeweg geschafft haben. Ab Oktober lassen sich all diese dramatischen Ereignisse in Form der fertigen Serie nachverfolgen. Wir sind schon sehr gespannt!
Sebastian Sánchez ist ein mexikanisch-deutscher Sounddesigner, Komponist und Mischtonmeister. Er gewann unter anderem mit dem Film „Laika & Nemo“ im Jahr 2022 den Studenten-Oscar für den besten Animationsfilm. Er studiert im Master Sound for Picture an der Filmuniversität Babelsberg und arbeitet als Solo-Selbstständiger Tonmeister hauptsächlich in seinem Dolby-Atmos-Studio in Berlin-Schöneberg.