Immenser technischer Aufwand

Interview mit dem technischen Leiter der tmt33

Text: Redaktion Bilder: Ella See, Markus Thiel, VDT

Block 1

Gute Vorbereitung ist alles: Sebastian Müller, technischer Leiter der tmt33, konnte ganz entspannt bei der Eröffnungsfeier dabei sein.
Gute Vorbereitung ist alles: Sebastian Müller, technischer Leiter der tmt33, konnte ganz entspannt bei der Eröffnungsfeier dabei sein.

Sebastian Müller war in diesem Jahr zum zweiten Mal der verantwortliche technische Leiter der Tonmeistertagung. Inzwischen hat diese Aufgabe ein gutes Jahr Vorlauf. Sie umfasst die technische Ausschreibung der Räume, die Absprachen mit unseren technischen Sponsoren und die Feinplanung sämtlicher Set-ups. Heutzutage ist jeder Raum unterschiedlich ausgestattet, sodass auch die Konzeption für jede der sieben Bühnen einer individuellen Umsetzung bedarf. Hinzu kommen die Planungen rund um das Digital Signage, die Connecting Audio Night und einiger kleinerer Events. Allein von Neumann & Müller, die zu allen Räumen die technische Infrastruktur lieferten, wurden zwei große Trucks mit Material angeliefert. Hinzu kommen die zahlreichen, oft sehr umfangreichen Beistellungen unserer technischen Sponsoren – insgesamt eine riesige Produktion! Mit diesem Interview wagen wir einen Blick hinter die Kulissen.

R2 mit einer Pan-Acoustics-Anlage mit großartiger horizontaler Umhüllung
R2 mit einer Pan-Acoustics-Anlage mit großartiger horizontaler Umhüllung

Sebastian, ist alles technisch so gelaufen wie geplant?

Ja, ich bin mit der technischen Umsetzung sehr zufrieden. Für uns war die Einführung eines Soundcheck-Planers besonders hilfreich. Die Soundcheck-Termine wurden an den Räumen auf dem Digital Signage angezeigt, was sowohl bei den Besuchern als auch bei den beteiligten Vortragenden für Klarheit gesorgt hat. Rein technisch gesehen waren die Räume 15 (ausgestattet von Neumann) und 16 (ausgestattet von Genelec) in diesem Jahr besonders gut gelungen. Das hat sich auch in Rückmeldungen bestätigt. Und Raum 2, erstmals ausgestattet mit einer großen Wellenfeld-Synthese-Anlage von Pan Acoustics, war ein großes Highlight. Raum 13 (RCF, Adam Audio) ist durch Anlage und akustische Präparierung zu einem richtigen Hörraum geworden.

In R3 konnten binaurale Beispiele über die VDT-Kopfhöreranlage ausgespielt werden
In R3 konnten binaurale Beispiele über die VDT-Kopfhöreranlage ausgespielt werden

Wie schaffst du es, vor Ort das alles zu betreuen?

Für die praktische Arbeit am Mischpult haben wir ein zwanzigköpfiges Freiwilligen-Team aus größtenteils Studierenden höherer Semester zusammengestellt. Eine bewährte Kooperation aus vergangenen Tonmeistertagungen, denn wir können den Volunteers einiges an Praxiserfahrung und professionellem Austausch bieten. Es war diesmal unbeschreiblich großartig, was dieses Team geleistet hat!

Aber schon allein der Aufbau und der technische Support in den Räumen … du kannst doch auch nur an einem Ort sein?

Diesmal handelte ich nach dem Konzept, dass ich vorwiegend administrativ tätig sein konnte, während mich Jörn Nettingsmeier bei der Arbeit mit unseren technischen Volunteers unterstützte. Er hat mit denen, die schlussendlich während der Tonmeistertagung die Räume technisch betreuten, in den Immersive-Räumen R15 und R16 intensiv gearbeitet. Und das nicht nur mit dem Schwerpunkt Funktionssicherheit, Statik und Tragwerk, sondern auch in Bezug auf Immersive Audio. Er macht das ja im beruflichen Alltag auch.

Zusätzlich stand mir Florian Larscheid zur Seite, der die anderen Räume des Kongresses – also R2, R3, R13, die Open Stage und die VDT-Lounge – betreut hat. Er ist als IT-ler und Elektromeister ja ein Allrounder.

Außerdem haben uns auch die Hersteller, die die Technik bereitgestellt haben, massiv unterstützt. Es war einfach nur großartig!

R15 wurde mit einer immersiven Anlage von Neumann ausgestattet, hier zu sehen beim Vortrag von Sitara Schmitz
R15 wurde mit einer immersiven Anlage von Neumann ausgestattet, hier zu sehen beim Vortrag von Sitara Schmitz

Wie hast du sichergestellt, dass die Studierenden, die ja teilweise noch keine Erfahrung in Konferenzbeschallung hatten, ihre Aufgabe auch gut umsetzen konnten?

Jörn hatte mir den Tipp gegeben, dass wir die Volunteers während ihrer Arbeit betreuen, ihnen Tipps und Feedback geben, auch zu der künstlerischen Umsetzung. Niels Reckziegel, unser Leiter der VDT-Regionalgruppe Frankfurt, hat mir bei einigen Dingen unter die Arme gegriffen. Ich gehe während einer Tonmeistertagung durch die Räume, bin zufrieden und gehe in den nächsten. Wenn aber zusätzlich jemand da sein kann, der sich mit den Volunteers für einige Minuten hinsetzt, sich ihre Arbeit anhört und sagt: „Das ist gut!“ oder „Zehn Bänder im EQ und ein Kompressor mit drei Thresholds braucht es vielleicht gar nicht. Macht von allem ein bisschen weniger und es ist gut. Mach es dir einfach.“ – dann wird das Ergebnis noch besser, und die Volunteers haben thematisch auch noch etwas dazugelernt. Das tut dem Team gut. Den Tipp hatte ich übrigens ebenfalls von Jörn bekommen, weil mir das vorher gar nicht so klar war.

R16 wurde von Genelec mit einer Immersiv-Anlage ausgestattet, hier zu sehen beim Vortrag von Ragnheiður Jónsdóttir und Morten Lindberg
R16 wurde von Genelec mit einer Immersiv-Anlage ausgestattet, hier zu sehen beim Vortrag von Ragnheiður Jónsdóttir und Morten Lindberg

Letztendlich ist es aber fast nur eine Sprachbeschallung. Ist das so kompliziert?

Konferenzbeschallung ist immer ein bisschen eigen. Wir haben ja keine erprobte Studio-Umgebung. Vielmehr bekommen wir von den Herstellern Systeme, die so noch nie zusammengespielt haben. Es gibt auch keine Möglichkeit eines Testaufbaus. Insofern haben wir bei unseren aktuell sieben Bühnen der Tonmeistertagung immer Blackboxes und lassen uns überraschen. ### Eines darf man nicht vergessen: Daran hat ebenso das CCD einen riesigen Anteil! Uns wird perfekt zugearbeitet, wir werden optimal unterstützt. Ein Beispiel: Das Digital Signage, diesmal vom Haus gestellt, lief schon, als wir zum Aufbau ins CCD kamen. Das System hat das CCD übrigens auf Anregung von uns kopiert. Im ersten Jahr im CCD (2018) hatte unser IT-Verantwortlicher Christoph Thelen eine Software geschrieben, die für jeden Raum den Ablauf anzeigt und an mehreren Stellen im CCD einen Übersichtsplan des Programms ausspielt. Hardwareseitig hatte Jörn Nettingsmeier die vom CCD angemieteten Bildschirme mit Raspberry Pis ausgestattet, um damit die grafische Umsetzung zu ermöglichen. Diese Hardware ist inzwischen im CCD selbst vorhanden und sehr einfach für uns von außen ansprechbar.*

R13 bot eine sehr gute Hörumgebung für Surround-Material, hier zu sehen beim Vortrag von Rainer Maillard
R13 bot eine sehr gute Hörumgebung für Surround-Material, hier zu sehen beim Vortrag von Rainer Maillard

Was ist dein Fazit dieser Veranstaltung?

In diesem Jahr haben wir nochmal einen deutlichen Sprung nach oben gemacht, technisch und auch von der Anzahl an Besuchenden. Die große Menge hat sich glücklicherweise gut in dem großen Gelände verteilt. Wir wollten ja keine vollgestopften Säle, sondern für jeden Teilnehmer einen exzellenten Höreindruck ermöglichen. Und vielleicht mit Ausnahme von R15 und R16, wo der Andrang sehr hoch war, ist jeder auf seine Kosten gekommen. Die Tonmeistertagung ist keine Massenabfertigung, sondern bietet durchweg hohe Qualität.

Block 2

Die VDT-Lounge war diesmal auch mit einer Bühne ausgestattet, hier zu sehen beim Vortrag von Marcus Pohl
Die VDT-Lounge war diesmal auch mit einer Bühne ausgestattet, hier zu sehen beim Vortrag von Marcus Pohl
Die Open Stage lag eingebettet in der Ausstellungsfläche und war für jedermann zugänglich
Die Open Stage lag eingebettet in der Ausstellungsfläche und war für jedermann zugänglich

Block 3