Treffen der Regionalgruppe Köln zum Thema TouchLab Terminal
Die Regionalgruppe Köln trifft sich zum Thema TouchLab Terminal.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
hiermit lade ich zum nächsten Treffen der Regionalgruppe Köln ein. Wir treffen uns im Haus des Deutschlandradios Köln, das uns freundlicherweise einen Raum zur Verfügung stellt.
Das Thema lautet diesmal: freie Audiosoftware für real-time streaming und synchrone Zusammenarbeit von Musikern über das Internet. Zu Gast ist der Dirigent Ulrich Pöhl von TouchLab Terminal und Leiter des niederländischen Ensembles Insomnio. TouchLab TERMINAL ist eine Netzwerkaudio-Software, entwickelt vom Ensemble Insomnio, die hochqualitatives Audio-Streaming mit extrem niedriger Latenz ermöglicht. Sie erlaubt Tonmeistern und Musikern, synchronisierte Proben und dezentrale Musikproduktionen in Echtzeit durchzuführen – ohne externe Server. TERMINAL läuft auf Linux-Mini-PCs und ist mit allen class-compliant Audio-Interfaces kompatibel, was sie zu einer flexiblen und nachhaltigen Lösung für professionelle Anwendungen macht.
Am Beispiel des Online Konzertes „Tempestas in memorian“, eine zeitgenössische Komposition des englischen Komponisten James Wood, wird uns Ulrich zeigen, wie das System funktioniert, was nötig ist, welche Hard- und Software gebraucht wird, wie es realisiert wurde.
„The great storm“ wie das Stück auch genannt wird, erzählt die Geschichte der Naturkatastrophe von 1674, wo durch einen gewaltigen Sturm das Hauptschiff der Basilika in Utrecht einstürzte. Es wurde nach vielen Vorbereitungen und Proben im August letzten Jahres realisiert. An vier Orten, Utrecht, Blackburn, Berlin und Düsseldorf wurde synchron auf großen Pfeifenorgeln gespielt, alle Orgeln waren nah mikrofoniert, so dass einzelne Werke und Register in separaten Spuren aufgenommen werden konnten, die Orgeln wurden zentral real time in tune gebracht, die Organisten waren über eine Leitung mit dem Dirigenten über Kopfhörer verbunden, der akustisch dirigierte. In Utrecht liefen die Zuspielungen zusammen, wurden dort gemischt und ins Internet gestreamt. Der Admin saß irgendwo in Frankreich im Campingwagen und kontrollierte von dort aus die unterschiedlichen Streams. In der Kirche in Utrecht selber waren große Lautsprecher installiert, die die Orgelaufnahmen der drei anderen Kirchen live abspielten. Dort konnten die Zuhörer also das gesamte Geschehen, die Orgel vor Ort sowie die gleichzeitig spielenden Orgeln aus Blackburn, Berlin und Düsseldorf in Präsenz bei zwei ausverkauften Konzerten erleben. Gleichzeitig haben weltweit mehr als 1000 Zuhörer auch das Streaming live verfolgt.
Bei der Aktion durfte ich die große Mühleisenorgel an St. Antonius in Düsseldorf-Oberkassel aufnehmen, Organist war dort Dominik Susteck.
Später wurde das gesamte Werk auch im Deutschlandradio ausgestrahlt. Dazu musste die Orgel in Utrecht neu aufgenommen werden da natürlich der dortige Klang durch die Lautsprecher beeinflusst wurde. James Wood musste entsprechend alle vorliegenden Spuren neu mischen.
Durch die Sendung, die im September letzten Jahres im Rahmen der Serie „Atelier neuer Musik“ vom Deutschlandradio ausgestrahlt wurde, kam mir die Idee, das Meeting diesmal im Haus des Deutschlandradio zu organisieren. Herzlichen Dank daher an Jürgen und Sebastian, die uns ein Studio zur Verfügung stellen.
Der Termin:
Freitag 11.04.2025, 17:00 Uhr, Deutschlandradio, Raderberggürtel 40, Köln
Bitte um Anmeldung bis zum 7.4., da die Platzzahl begrenzt ist.
Bis zum Wiedersehen, ich bin sehr gespannt.
Herzliche Grüße
Christoph Hilser