Ein Besuch bei der Empa – akustische Forschung auf höchstem Niveau
Treffen der VDT-Regionalgruppe Schweiz
Text : Urs Wihler Bilder : Daniel Meyer, Urs Wihler, Wolfgang Müller
Text : Urs Wihler Bilder : Daniel Meyer, Urs Wihler, Wolfgang Müller
Am 10. September traf sich die VDT-Regionalgruppe Schweiz in Dübendorf zu einem spannenden und informativen Nachmittag bei der Empa. Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt ist eine der führenden Schweizer Forschungsinstitutionen. Sie befasst sich unter anderem intensiv mit Fragen der Akustik und berät den Bund in diesen Belangen.
Nach einer herzlichen Begrüßung und Einführung durch Jean-Marc Wunderli, Leiter der Abteilung Akustik/Lärmminderung, übernahm Markus Haselbach – Fachexperte für Messtechnik und Akustik –gemeinsam mit unserem VDT-Referenten Urs Wihler – Organisator des Treffens – die Führung durch die hochmodernen Akustiklabore.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Bauakustik. Stefan Schoenwald, Leiter dieses Fachbereichs, erläuterte aktuelle Forschungsansätze und Messmethoden zur Verbesserung der Schalldämmung und Reduktion der Flankenübertragung in Gebäuden. Besonders eindrucksvoll war eine große Halle, in der Zimmer aus unterschiedlichen Materialien nachgebildet werden. Ein aktuelles Projekt untersucht sogenannte akustische schwarze Löcher, die bei reduziertem Materialeinsatz eine vergleichbare Trittschalldämmung wie konventionelle Deckenlösungen ermöglichen. Überprüft wird die Wirksamkeit u. a. mit einer „Hammermaschine“ und einem genormten „Trittschall-Ball“, der den gefürchteten Barfuß-Fersenläufer simulieren soll und unglaubliche 3000 Schweizer Franken kostet.
Weiter ging es in den Hallraum, der unter anderem zur Bestimmung der Absorptionskoeffizienten akustischer Absorber in Abhängigkeit von der Frequenz dient. Kaum zu glauben: In den Anfängen des Rundfunks verfügte fast jedes Aufnahmestudio über einen solchen Raum – damals die einzige Möglichkeit, künstlichen Nachhall zu erzeugen.
Anschließend besichtigten wir den reflexionsarmen Raum sowie das AuraLab, wo wir unter anderem eine 3D-Simulation von Eisenbahngeräuschen erleben und in einem Abhörraum auch eine immersive Simulation zu Windkraftanlagen anhören durften. Mithilfe solcher Simulationen werden verschiedene Maßnahmen zur Lärmminderung erforscht.
Abgerundet wurde der Besuch durch einen „Klangspaziergang“ mit dem ehemaligen Leiter der Abteilung Akustik/Lärmminderung, Kurt Eggenschwiler, der uns mit seiner begeisternden Art in der Umgebung der Empa auf gelungene wie auch weniger gelungene Beispiele akustischer Gestaltung von Außenräumen aufmerksam machte – ein aufschlussreicher Rundgang mit vielen Denkanstößen.
Den Abschluss bildete – wie bei RG-Treffen üblich – ein gemütliches Beisammensein im Restaurant Zwiback, wo das Erlebte bei angeregten Gesprächen reflektiert wurde. Der Nachmittag bei der Empa bot nicht nur faszinierende Einblicke in aktuelle akustische Forschung, sondern förderte auch den fachlichen Austausch innerhalb der VDT-Regionalgruppe Schweiz – ein inspirierendes Treffen, das neue Perspektiven und wertvolle Kontakte eröffnete.